Nathalies Chroniken • Episode 26
Hier ist ein bekanntes und anerkanntes Merkmal hochsensibler Menschen: Empathie.
Abgesehen davon, dass sie beim geringsten Vorfall in Tränen ausbrechen, spüren hochsensible Menschen auch die Emotionen ihrer Umgebung.
Wie Schwämme nehmen sie buchstäblich auf und absorbieren, was sie in den Gesten, Blicken und Haltungen der Menschen, mit denen sie zu tun haben, wahrnehmen.
Ständig und direkt Traurigkeit, Wut oder auch Freude zu ertragen, obwohl Sie nicht betroffen sind, ist anstrengend.
Die überentwickelte Empathie hochsensibler Menschen hindert sie daran, mit ihrem eigenen emotionalen Zustand verbunden zu bleiben.
Im Hier und Jetzt zu leben, sich auf sich selbst zu konzentrieren, ohne vom eigenen Verstand eingeholt zu werden, ist schon eine tägliche Herausforderung; warum sollte man sich dann noch diese zusätzliche Schwierigkeit aufladen?
Radare
Hochsensible Menschen können nicht anders.
Als ganze Persönlichkeit mit dem Herz am rechten Fleck haben sie nicht die Möglichkeit, sich von dem einen oder anderen Gefühl abzuschneiden. Es ist alles oder nichts.
Die hochsensible Person ist also nicht nur mit einem Radar ausgestattet, das Bewegungen, Objekte, Nuancen und Details scannt, sondern auch mit einem Emotionsradar.
Es stimmt, dass man ihr mit diesen geschärften Sinnen nicht viel verbergen kann! So zu funktionieren ist keine Wahl und schon gar kein Geschenk.
Lösungen
- Es gibt eine radikale Lösung, die von einigen von ihnen angewendet wird: Um zu überleben, haben sie sich verschlossen und erwecken den Eindruck, nichts zu fühlen. Sie gelten als kalte Menschen und haben so eine Form der Ruhe gefunden.
- Für andere hochsensible Menschen ist die einfachste Schutzmethode die Vermeidung.
- Es gibt kein Patentrezept für diese „Hyper“-Persönlichkeiten in allem. Dennoch ist das Bewusstsein für diese Realitäten ein guter Anfang. Danach ist es möglich, zu lernen, die eigenen Emotionen zu steuern, und indem man sich selbst besser kennt, kann man seine Einstellung zu dem, was andere Menschen erleben, weiterentwickeln.
- Schließlich hat die Über-Empathie ein Gegenmittel: die Empathie sich selbst gegenüber. Sehr oft sind hochsensible Menschen auf andere ausgerichtet, wollen helfen, unterstützen und haben ein Pflichtgefühl sowie ein Opfergefühl. Aus Angst, egoistisch zu sein, vernachlässigen sie ihr Wohlbefinden, nehmen es auf sich, anstatt sich um sich selbst zu kümmern. Übermäßige Empathie nützt niemandem, im Gegenteil. Sie gleicht einer Entmündigung und Abhängigkeit.
Es war Robert Anson, der amerikanische Science-Fiction-Autor, der uns warnte: „Verantwortung kann nicht geteilt werden.“
Zum Nachdenken.
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