Neulich hat mich eine Situation sehr überrascht. Ich war zum Kontrollbesuch beim Arzt und wurde ganz selbstverständlich gefragt: „Darf ich Sie untersuchen?“. Das war neu!
Das Thema hat mich beschäftigt.
Mir ist erst richtig bewusst geworden, dass man im Alltag selten gefragt wird.
Und tut man dies nicht, ist man selbst schuld. „Hättest du doch was gesagt“, heißt es dann. Oder „Wie hätte ich es wissen sollen?“.
Und das war's. Was einem bleibt, ist das Schuldgefühl, wenn einem hinterher klar wird, dass man etwas über sich ergehen lassen hat. Während der Andere sich vor seiner Verantwortung drückt, weil er Sie für einverstanden erklärt hat. Hey, STOP mal.
Wie wär's mit Fragen? Ich meine natürlich, bevor man aktiv wird. Glücklicherweise sind es oft harmlose Situationen, in denen man zu spät bemerkt, dass man eigentlich nicht wollte.
Zum Beispiel, wenn einem immer wieder das Weinglas gefüllt wird, obwohl man keinen Durst mehr hat; oder man sich plötzlich an einem Ort befindet, an den man gar nicht wollte.
Es wird frech und mit großer Selbstverständlichkeit für einen mitentschieden. Wir müssen aufpassen, denn diesen Übergriffen sind wir tagtäglich ausgesetzt. Unsere Grenzen werden leichtfertig missbraucht. Wenn wir dies zulassen, fühlen wir uns danach schlecht, beschämt und unser Selbstwertgefühl purzelt in den Keller. Würden wir aber gefragt werden, dann müssten wir nachdenken, uns verantwortlich zeigen und zu unserem Standpunkt stehen.
So zu handeln ist für beide Parteien nicht einfach, denn der Fragende setzt sich einem „Nein“ aus und der Befragte muss für sich einstehen. In den anderen Fällen gibt es nur diese Lösung: Bleiben Sie immer wachsam, achten Sie auf Ihre Bedürfnisse und respektieren Sie sich!
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Tauschen wir uns über Ihre Bedürfnisse aus?

Nathalie Haberstroh
1 rue des Chevaliers de Malte
Palais Castilhon BAT B
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